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Warum hat der Tag nur 24 Stunden?

 

Kennt Ihr das? Der Tag hat 24 Stunden, aber meine „To-do-Liste“ ist theoretisch für mehr als 30 Stunden – ohne Pause – ausgelegt.

Traurig, aber wahr: Jeder Mensch kennt Stress und viele von uns leiden darunter.

Zweifelsohne haben wir alle mehrere Rollen im Leben. Wir sind Mutter / Vater, Kind, Freund/in, Kollege u.v.m. Der Trend der modernen Zeit ist, dass wir in jeder unserer Rollen möglichst perfekt sein möchten und müssen. Es wird erwartet und wir erwarten es mittlerweile häufig auch von uns selbst.

 

 

 

 

Zudem wollen wir auch noch gut aussehen bei unserem Wettlauf gegen die Zeit. Müde, abgeschafft, Augenringe, Falten, rissige, trockene Haut oder gar mit „Stress-Fett-Wampe“ – wer will das sehen? Wen interessiert, dass wir uns fühlen wie ein Mülleimer und unser Körper uns hinter der „Styling-Fassade“ schon lange Signale sendet, dass das bekannte „Fass voll ist“?

Stattdessen versuchen viele von uns in der modernen „Me-Time“ sich beim Sport in Form zu bringen und das verputzte „Soul-Food“ abzutrainieren, um wieder und wieder möglichst „salonfähig“ im astreinen „Natural Fresh-Look“ gestylt den Tag zu bestehen.

 

 

Das „Diabetes-Topping“

 

Kommt dann noch eine chronische Krankheit wie der Diabetes dazu, läuft das benannte „Fass“ über.

Bei Stress schüttet unser Körper Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol aus. Diese Hormone lassen den Blutzucker unkontrolliert und fast wirr – also ohne berechenbares Konzept – ansteigen.

Viele unserer stressigen Lebensumstände wie z. B. auch bei einer Grippe, anstrengender Arbeit (körperlich wie seelisch), Trauer oder Schlafmangel oder die oben beschriebenen, alltäglichen Herausforderungen, führen vor allem zu einer erhöhten Cortisol-Bildung.

Das sind Zeiten in denen wir als Typ 1-Diabetiker/in merken, dass wir mit guter Ernährung, Bewegung und kontrollierten Insulinabgaben keinen oder nur geringen Einfluss auf unsere Zuckerkurven haben.

 

 

 

 

Zu Anfang denken wir vielleicht, dass unser Insulin seine Wirkung nicht richtig entfaltet. Ist es alt? Haben wir es falsch gekühlt? Hat sich mein Spritzfaktor geändert, weil ich z. B. doch mehr zugenommen habe als gedacht?

Wir stellen uns sicherlich viele unsinnige Fragen, bis wir auf den Trichter kommen, dass RUHE die einzig wirkungsvolle „Medizin“ sein könnte, die diese Zucker-Achterbahn wieder auf Spur bringen kann.

Bis dahin müssen wir unseren Blutzucker streng beobachten und mit hoher Wahrscheinlichkeit unsere nach oben triftenden Zuckerkurven ständig mit Insulin nach unten korrigieren. Tag und Nacht!

 

 

Der Teufelskreislauf

 

Stress entsteht unter anderem, wenn man einer Situation nicht gewachsen ist. Nicht ausruhen und schlafen zu können fördert den Stress leider nur.

Anders formuliert kommen wir Diabetiker bei starkem Stress schnell in eine Abwärtsspirale aus der es immer schwerer wird hinaus zu finden. Das ständige kontrollieren und korrigieren nimmt einem die Tiefschlafphase und schlimmer noch: es bereitet eine Angst. Angst die Kontrolle über sich komplett zu verlieren und in eine Ketoazidose zu geraten oder die berühmte Angst vor Folgeschäden, die mit andauernden, hohen Zuckerwerten auch auf der Risikoskala steigen.

Dazu kommt, dass Stress nachweislich den Appetit auf Süßes steigen lässt. Sinnesphysiologen des Monell-Institutes für Chemische Sinne in Philadelphia haben nämlich herausgefunden, dass Stress die Rezeptoren für Süßes im Mund manipuliert. Damit steigt der Appetit auf Zuckerzeug zwangsläufig – und davon sind Diabetiker freilich nicht ausgenommen.

Auf Dauer macht ein hoher Cortisolspiegel außerdem noch dick. Das alles führt nur dazu, dass Diabetiker höhere Blutzuckerwerte erleben und mit der Gewichtszunahme zusätzlich noch einmal mehr spritzen müssen. Der Teufelskreis wird von Stress demnach richtig befeuert und angeschoben.

Vor nunmehr 15 Jahren hätte ich es nie gewagt es auszusprechen oder anzuwenden, doch heute sage ich es ganz frei heraus: AUSZEIT!

 

 

Wenn wir in diesen Teufelskreis geraten sind, müssen wir dringend einen Weg finden abzuschalten. Notfalls mit einer vorübergehenden Krankschreibung (Berufsunfähigkeitsbescheinigung).

Doch damit nicht genug. Es ist an der Zeit zu reflektieren, warum wir in diesen Strudel hineingeraten sind – nur so können wir uns wieder stabilisieren. An dieser Stelle lohnen sich Techniken der Achtsamkeit anzuwenden und in den Alltag zu etablieren.

 

 

Die Suche nach Effizienz und Achtsamkeit

 

WENN MAN DIE RUHE NICHT IN SICH SELBST FINDET, IST ES UMSONST, SIE ANDERSWO ZU SUCHEN.
(Francois de La Rochefoucauld – Französischer Autor 1613-1680)

 

Manchmal habe ich das Gefühl alle Menschen reden von „Entschleunigung“ und mehr „Achtsamkeit“ im Leben, um sich selbst wieder zu finden, zu spüren und in Balance glücklich zu werden. Doch was bedeutet Achtsamkeit, wenn man diese möglichst simpel – ohne große, zusätzliche Routinemaßnahmen und neue „Wohlfühl-Hobbies“ – für sich aufnehmen und umsetzen will?

 

 

Ich habe viele Artikel und Auszüge über Achtsamkeit gelesen und viele sind mir offen gesagt zu „schwafelig“ und schwerfällig. Ein hibbeliger Mensch wie ich möchte einen Ansatz, um zügig runterfahren zu können, wenn das Herz zu galoppieren beginnt und die Schweißdrüsen wie eine Dampflock unter Druck rotieren.

Ich bin eine Mama von zwei kleinen Kindern, die sich im Gründungsprozess befindet und nebenbei versucht Geld zu verdienen, um meine Vorhaben zu finanzieren und die unbezahlte, restliche Elternzeit zu überstehen. Mein Alltag besteht aus einer „Hangelpartie“, in der ich täglich von einem „Baby-Nickerchen“ zum Nächsten meine eingangs erwähnte „To-Do-Liste“ abarbeite.

Täglich stehe ich 1-2 Stunden früher auf, wenn ich nicht zum „Stillen“ zurückgepfiffen werde. Abends, nachdem ich die kleinen Monster endlich ins Bett gebracht habe (und da bleiben), arbeite ich – soweit meine Kräfte reichen – meine „Tages-Lücken“ auf.

 

 

 

 

Aus diesem Grund bin ich der größte Fan von Effizienz. Ich möchte jeden Schritt am Tag mit etwas verbinden, der mir gleichzeitig „To-dos“ abnimmt. Beispielsweise liegt der Kindergarten auf dem Weg zum Supermarkt, sowie ein Postkasten und natürlich auch ein Spielplatz… – und falls das Baby vorzeitig einschläft, ist da sogar eine Bäckerei mit WiFi, in das ich schnell hüpfen würde, um jede freie Minute (effizient) auszunutzen.

Höchste Zeit also, eine Achtsamkeits-Technik zu entwickeln, die effizient ist und sich auf meinem „Routenlauf“ integrieren und ausführen lässt. Also der gleiche Wunsch wie immer, bitte: Minimaler Aufwand, maximaler Erfolg 😊

 

 

Achtsamkeit „to go“

 

ATMEN. Meine Übung, um effizient, schnell und überall herunter zu fahren, zu reflektieren und mich zu beruhigen heißt ATMEN!

Lange, tief und konzentriert bzw. bewusst. Einatmen bis es nicht mehr geht und ausatmen, bis keine Luft mehr da ist. Immer drei Mal hintereinander!

 

 

Während ich atme, denke ich an nichts anderes. Ich befehle mir quasi NUR auf den Atem zu hören und NUR auf den Atem zu achten.

Nachfolgend fünf Beispiele, wann und wo ich diese Achtsamkeitsübung in meinem Alltag integriere:

ERSTENS
Morgens, wenn ich in aller Herrgottsfrühe mich aus dem Bett quäle, strecke ich mich mit erhobenen Armen und führe diagonale Drehungen aus. Das knackt manchmal ordentlich und hilft mir, den Kreislauf in Schwung zu bekommen. Ich gehe auf den Balkon – egal wie kalt es sein mag –, stelle mich hüftbreit auf, und atme drei Mal tief und langsam ein und aus. Beim Einatmen hebe ich die Arme hoch und beim Ausatmen lasse ich sie fallen.

ZWEITENS
Im Nachgang würde ich am liebsten loslegen, doch ich gebiete mir Einhalt. Ich koche mir eine Tasse Kaffee oder Tee und schreibe mir zu allererst meine Aufgaben auf, die ich im Nachgang auf DREI Prioritäten runter kürze. Alles andere ist ein netter Mehrwert, entscheide ich! Ferner schaue ich genau nach, ob es vielleicht auch Aufgaben gibt, die ich abgeben oder aufgeben könnte.

DRITTENS
Wenn ich nach dem Widerstandskampf mit meiner trotzigen, älteren Tochter endlich alle angezogen habe und zur U-Bahn hetze, genieße ich den Moment der Ankunft an der Ziel-U-Bahn-Station nahe dem Kindergarten. Auf dem Weg zum Kindergarten animiere ich dann auch meine Töchter zum Atmen und lustigen Ausschnaufen.

VIERTENS
Wenn ich meine Kinder zu Bett bringe, lese ich nach dem Zähneputzen immer eine Geschichte vor und dann kuschele ich mit Ihnen. Beim Kuscheln schließe ich die Augen und atme. Ich bedanke mich für den Tag, reflektiere, was ich gemacht habe und was als nächstes bevorsteht. Nachdem ich darauf gekommen bin, atme ich wieder und konzentriere mich auf nichts anderes als meinem Atem und dem meiner Kinder zu lauschen.

FÜNFTENS
Bevor ich zu Bett gehe, wasche ich mich gründlich und creme mich mit einer Lotion ein, die gut riecht. (Einfach nur, weil ich das mag und schlichtweg gerne gut rieche nach einem schweißtreibenden Tag, den ich meist eingehüllt in Baby-Rotze und -Kotze verbringe.) Also öffne ich anschließend das Schlafzimmer-Fenster, lege mich hin und konzentriere mich einfach auf die frische, hereinströmende Luft. In Gedanken versuche ich diese einzufangen und atme lange und kräftig ein und aus. Meistens bin ich innerhalb Sekunden später schon eingeschlafen.

 

Es heißt, achtsames handeln bedeute sich voll und ganz dem zuzuwenden, was man gerade macht bzw. was gerade passiert. Es soll bedeuten im Jetzt zu bleiben und den Moment umfassend zu erleben (und im Idealfall zu genießen).

 

 

 

 

Deshalb finde ich das Atmen hierfür ideal.

Insbesondere abends im Bett finde ich, dass ich durch das Atmen einen guten Abstand zu vermeintlichen Problemen bekomme. Es ist als installiere man im Kopf einen inneren Beobachter. Auf diese Weise lassen sich Gefühle wie Panik, Angst, Wut und Aggression mildern. Darüber hinaus entwickelt man eine beruhigende und stabilisierende Offenheit und die Tagesereignisse werden offen erlebt.

 

 

NICHTS ÄNDERT SICH, BIS MAN SICH SELBST ÄNDERT UND DANN ÄNDERT SICH ALLES!


#THENEWYOU

Ende 2018 habe ich ein ganz besonderes Buch geschenkt bekommen, was mir sehr hilft und unglaublichen Spaß bereitet. Das Buch heißt THE NEW YOU.

 

 

Das Buch schafft Klarheit darüber, wo du stehst, was dir wirklich wichtig ist im Leben und wo du hinwillst. Darüber hinaus hilft es loszulassen und unbewusste Denkmuster zu erkennen und zu überwinden.

Das Buch vermittelt Optimismus und bringt einem fast spielerisch bei, wie man mit kleinen Achtsamkeitsübungen zwischendrin sein Leben verändert. Alleine der integrierte Kalender mit der Spalte „Happy Moments“ regt dazu an, sich den positiven Dingen bewusst zu werden und diese zu wertschätzen. Die Visualisierung tut gut und motiviert ungemein.

 

Kalender, der mit HAPPY MOMENTS dabei hilft, sich auf Positives zu konzentrieren

 

Dadurch, dass Stress immer ein stückweit auch ein Anzeichen für Überforderung ist, finde ich dieses „Bewusstmachen“ guter Dinge, einfach sehr wichtig. THENEWYOU macht es mir möglich, mich selbst zu beobachten und neuartig zu hinterfragen und zu reflektieren.

Besonders interessant und hilfreich empfand ich die Übung auf Seite 50. Hier geht es um „DEINE VISION“. Hier soll man sich vorstellen, man lege auf dem Sterbebett und man schaue auf ein phantastisches und erfülltes Leben zurück. Dankbar und glücklich sollst Du hierzu aufschreiben, welches Deiner Erlebnisse, Dein Leben ausgemacht hat.

 

Das Fokus-Rad

 

Na??? Spannende Frage? Versuche es mal. Denke diesen Gedanken mal zu Ende – egal, wo Du Dich gerade befindest…

Indem Du Deine Wunschgeschichte erzählst, wird Dir bewusst, was Du wirklich willst. DAS ist dann Dein Ziel und THENEWYOU kann Dir dabei helfen, diese Ziele zu erreichen. Spannend, oder?

 

 

Das Buch hilft wirklich dabei, eine klare Vision und konkrete Ziele zu definieren. Damit lernt man sich täglich zu fokussieren und seine Wünsche Realität werden zu lassen.

Dieses Buch ist ein Selbst-Coach und gleichzeitig ein Planer. Dieser Planer / Kalender kann jederzeit begonnen werden, weil man die Daten selbst einträgt. Es ist also ein Buch, das man zu jeder Jahreszeit beginnen kann!

Ich bin so hellauf begeistert davon, dass ich es direkt in meinen Dia-Lifestyle Shop mit aufgenommen habe. Es ist zwar kein unmittelbares Diabetes-Accessoire, aber da es mir so sehr in meinem Alltag hilft mit meinem Stress umzugehen, herunterzufahren und mit Struktur zurück in die innere Ruhe zu gelangen, finde ich es durchaus relevant für uns Diabetiker!

 

DANK SEI DIABETES!

Wieder einmal dürfen wir Diabetiker dankbar für unsere Krankheit sein. Mögen unsere Werte auch temporär schlecht sein und die Regulierung eine Katastrophe, so zwingt unser Körper uns jedoch zur Umkehr, der wir im eigenen Interesse ja auch nachkommen.

Wie viele gesunde Menschen da draußen wissen Ihre Gesundheit (noch) nicht zu wertschätzen und treten diese – und damit sich selbst – mit Füßen?

Wir Diabetiker sind in der Regel jedes Quartal bei unserem Diabetologen, lassen uns durchchecken und sind durch Kontrollverluste wie in Stresssituationen gezwungen, umgehend etwas zu ändern, um Einfluss zu nehmen auf den weiteren Gesundheitsverlauf.

Unser Diabetes ist wie ein kleines, manchmal nerviges, Alarmglockensystem.

 

 

Stell Dir vor, Du bist eingeschlafen und es dämmert Dir, dass Du die Haustür nicht abgeschlossen hast. Im Halbschlaf könnte man leicht „drauf pfeifen“, denn der Körper scheint zu schwer und müde, um sich nochmal aus dem Bett zu hieven. „Es wird schon nichts passieren“, suggeriert man sich auf dem Weg in die Tiefschlafphase.

Nun stell Dir vor, die Tür würde laut und penetrant pfeifen – soooo lange, bis Du sie abschließt und das Einbruch-Risiko abstellst!

So ist es mit Diabetes. Aus diesem Grund seid nicht frustriert, wenn unser Zucker mal wieder unkontrolliert Achterbahn fährt und wir „Himmel und Hölle“ in Bewegung setzen müssen, um das ins Lot zu bringen. Unser Körper sendet uns einfach einen unüberhörbaren Alarm. Wir müssen nur „aufstehen“ und das notwendige tun, um den „Alarm abzustellen“.

 

DANK SEI DIABETES!

Eure Vivi